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"Geschichte ist eine Wunschmaschine" (Valentin Groebner)

Wolfram von Eschenbach, Willehalm – München, BSB, Cgm 193,III, fol. 1v (bearb.) (CC BY-NC-SA 4.0)

Critical Medievalism

Willkommen auf der Seite des AK Critical Medievalism!

Hier erfährst Du, wer wir sind und was wir machen.

Diesen Donnerstag (15.12.22) werden wir uns im Workshop von Simone Wagner „Sex und Frauenklöster – Nunsploitation und ihre Bedeutung für die Wissenschaft“ mit der Darstellung (mittelalterlicher) Nonnen im populären Film beschäftigen. Wir freuen uns auf alle, die vorbeikommen und mitdiskutieren! Wir treffen uns wieder um 18:15 in HS 1236 im KG I

Herzlich willkommen im Arbeitskreis Critical Medievalism! Hervorgegangen aus Diskussionen am Lehrstuhl wollen wir mit diesem Arbeitskreis ein Forum schaffen, indem wir uns kritisch mit der Darstellung des Mittelalters in der aktuellen Populärkultur auseinandersetzen. Der Arbeitskreis ist offen für Studierende, Promovierende und Nachwuchswissenschaftler:innen aus allen Fachrichtungen der Universität Freiburg. Vorwissen oder ein entsprechender fachlicher Hintergrund sind nicht nötig. Kommt vorbei und diskutiert mit. Unsere Themen und Termine findet Ihr hier.

Seit einigen Jahren ist das Mittelalter in der Populärkultur (wieder) sehr präsent. Ob Vikings, The Witcher oder natürlich das unvermeidliche Game of Thrones – zahlreiche FIlme, Serien, Buchreihen und Computerspiele, die in den letzten 10 Jahren erschienen sind, beziehen sich mehr oder weniger deutlich auf die europäische Vormoderne. Dabei lässt sich immer wieder beobachten, dass die Bilder des Mittelalters, die hier präsentiert werden, bewusst oder unbewusst von kolonialistischen und sexistischen Denkmustern geprägt sind. Das zeigen etwa die Benutzung orientalistischer Klischees in Game of Thrones oder auch die Debatte um das Computerspiel Kingdom Come: Deliverance, wo unter dem Deckmantel vermeintlicher Authentizität der Wunschtraum einer männlich-weißen Vergangenheit Europas ausgelebt wird.

Gleichzeitig offenbart sich eine besondere Begeisterung für das Mittelalter in nationalistischen und rechtsextremen Bewegungen: So konnte man etwa auf Demonstrationen in Washington, Warschau oder München beobachten, wie sich Aktivist:innen der white supremacy als christliche Kreuzritter in Szene gesetzt haben.

Vor diesem aktuellen Hintergrund erscheint es uns akut wichtig, uns zu fragen, wie wir heute mit der Vergangenheit in Kontakt treten und welche Funktion insbesondere Projektionen des Mittelalters für unsere Gesellschaft und Kultur besitzen.

Zusammen mit Expert:innen aus verschiedenen Bereichen der Mediävistik wollen wir Mittelalterbilder in ganz verschiedenen Medien unter die Lupe nehmen.  Dabei wollen wir  auch darüber diskutieren, wie wir uns von diskriminierenden Traditionen der Mittelalterbegeisterung lösen können, um neue Zugänge zur Vergangenheit zu finden. Die Beispiele reichen dabei von Mittelalterrock auf Reenectment-Festivals über queeres Modding in Fantasyspielen bis zur sexualisierten Darstellung mittelalterlicher Nonnen. Darüber hinaus freuen wir uns auf Eure Vorschläge und Ideen, für die im Programm noch Platz ist!

Gemeinsam wollen wir eine Sensibilisierung für die kritische Auseinandersetzung mit unseren Fachtraditionen, mit den Mittelalterbildern in der aktuellen Populärkultur und unseren eigenen Vorstellungen und Assoziationen mit dieser Epoche erreichen.


Kontakt:

critical.medievalism@posteo.de

Wenn Ihr Fragen oder Anregungen habt oder in unseren Mailverteiler aufgenommen werden möchtet, schreibt uns an!